Qino CMS: Wenn die Website mitdenkt

Qino ist der Nachfolger von Vanilla CMS, dem CMS, das ich über die Jahre für meine eigenen Projekte gebaut habe. Die Grundidee ist geblieben: Du bearbeitest deine Website direkt dort, wo der Text steht. Neu ist etwas, das ich vor wenigen Jahren noch für Science-Fiction gehalten hätte: Die Website versteht, was du von ihr willst.

Was ist Qino?

Qino CMS ist ein quelloffenes Content-Management-System. Texte, Bilder und Seiten änderst du direkt auf der Website, ohne Umweg über ein kompliziertes Backend. Was dein Projekt zusätzlich braucht, etwa Mehrsprachigkeit, Formulare, Newsletter, Login oder diesen Blog, kommt als Modul dazu.

Ein neues Fundament

Vanilla CMS lief auf PHP. Für Qino habe ich das System auf JavaScript bzw. TypeScript umgebaut, dieselbe Sprache, die auch im Browser läuft. Qino läuft auf den drei grossen JavaScript-Laufzeiten Node, Bun und Deno. Wie wertvoll diese Offenheit ist, zeigte sich im Oktober: Das Deno-Team wechselt zu Cloudflare, die Entwicklung der Laufzeit endet in einem Jahr. Für Qino war das kein Drama. Diese Website läuft seit dem 2. November auf Bun.

Der eigentliche Grund, warum sich der Umbau gelohnt hat, ist aber ein anderer: Er hat Qino bereit gemacht für KI.

Sagen statt suchen

Im Qino-Assistenten sagst du einfach, was sich ändern soll: «Wir schliessen freitags neu um 16 Uhr, passe das überall an.» Der Assistent findet die betroffenen Stellen, ändert sie, und du siehst das Ergebnis sofort auf der Seite. Er übersetzt ganze Seiten, schreibt Texte um, sucht ein passendes Bild oder erzeugt eines, und er liest auf Wunsch eine Webseite, um daraus Inhalte zu übernehmen. Wenn Worte nicht reichen, zeigst du ihm einfach auf das Element, das du meinst.

Flows: KI, die von selbst handelt

Noch spannender wird es, wenn Dinge von selbst passieren. Dafür gibt es in Qino Flows. Ein Flow reagiert auf ein Ereignis, etwa eine neue Anfrage über das Kontaktformular oder einen geänderten Text. Oder er läuft regelmässig, jede Stunde, jeden Morgen, jeden Montag.

Programmieren musst du dafür nichts. Du beschreibst in einem Satz, was passieren soll: «Wenn ich einen deutschen Text fertig geschrieben habe, übersetze ihn in die anderen Sprachen.» Oder: «Fasse mir jeden Montagmorgen die Anfragen der letzten Woche zusammen.» Eine KI baut daraus den Flow und testet ihn zuerst in einem Probelauf. Scharf geschaltet wird er erst, wenn du zustimmst. Ein Flow merkt sich, was er beim letzten Mal getan hat, und er hat nie mehr Rechte als du. So werden Ideen umsetzbar, für die sich früher kein Programmierauftrag gelohnt hätte.

Dein KI-Abo steuert deine Website

Du nutzt bereits Claude oder ChatGPT? Dann verbindest du dein Abo mit deiner Qino-Website und steuerst sie direkt aus dem gewohnten Chat: «Leg eine Seite für unser Sommerangebot an.» Oder: «Was hat sich diese Woche auf der Website geändert?» Möglich macht das MCP, das Model Context Protocol. Das ist ein offener Standard, den die grossen KI-Anbieter unterstützen. Auch hier arbeitet die KI mit deinen Rechten, nicht mit mehr.

Wie weit das trägt, hat mich selbst überrascht: Ein fremder KI-Agent hat über diesen Weg eine komplette Website aufgebaut und mir danach aufgeschrieben, was ihm dabei gefehlt hat.

Assistenten mit Gedächtnis

Die meisten KI-Chats beginnen jedes Mal von vorn. Qino-Agenten nicht. Sie merken sich, was wichtig ist: deine Sprache, wie du angesprochen werden willst, dass bei dir «ss» statt «ß» geschrieben wird. Was niemand mehr braucht, verblasst mit der Zeit. Und nachts gehen sie die Gespräche des Tages durch, ordnen ihr Wissen und schlagen vor, was sie behalten oder vergessen wollen, ähnlich wie wir Menschen im Schlaf. Wer lieber spricht als tippt: Agenten lassen sich auch per Stimme ansprechen.

Ein System, das dazulernt

Am meisten fasziniert mich, dass Qino an seiner eigenen Verbesserung mitwirkt. Stösst ein Agent auf eine unklare Funktion, einen Fehler oder eine fehlende Möglichkeit, meldet er das den Entwicklern. Gleichzeitig misst Qino, welches KI-Modell wie schnell und zuverlässig antwortet, und wählt danach aus. Fällt ein Anbieter aus, springt ein anderer ein.

Und die Kontrolle?

Bleibt bei dir. Die KI arbeitet immer mit deinen Rechten und kann nie mehr als du. Und vieles davon ist bewusst noch Experimentierfeld. Wir stehen am Anfang, und genau das macht es so spannend: Ich weiss heute nicht, was Kundinnen und Kunden in einem Jahr mit ihrer Website anstellen. Aber ich bin sicher, es wird mehr sein, als wir uns jetzt vorstellen.

Selber ausprobieren

Auf der Qino-Seite kannst du den Editor direkt testen, samt einem kleinen KI-Helfer für Texte. Das ist bewusst nur ein Vorgeschmack: Assistent, Flows und Agenten mit Gedächtnis brauchen eine echte Website mit deinen Inhalten. Wenn du sehen willst, was KI auf deiner Website möglich macht, schreib mir. Ich zeige es dir gern.

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